Foto:  djd/gfwhoexter.de/F. Grawe
Foto: djd/gfwhoexter.de/F. Grawe

Frischer Wind in alten Gemäuern

Radurlaub: Grüne Oasen und klösterliche Spiritualität im Kreis Höxter entdecken

(djd). Fahrradurlaube im eigenen Land sind bei den Deutschen beliebt wie nie, egal ob man mit Rückenwind aus der Steckdose unterwegs ist oder ohne. Der besondere Reiz ergibt sich aus der Kombination aus Bewegung an der frischen Luft und der Entdeckung einer vielleicht noch unbekannten heimatlichen Region. Ein Geheimtipp fernab der bekannten Radwege ist die Kloster-Garten-Route im Kulturland Kreis Höxter in Nordrhein-Westfalen. Sie verbindet kleine „himmlische“ Gärten und klösterliche Einrichtungen miteinander.

Klostergärten in zeitgemäßem Gewand

Auf der insgesamt etwa 315 Kilometer langen und gut ausgeschilderten Strecke können Radfahrer auf einer mehrtägigen Tour oder auch auf Teilabschnitten das reiche klösterliche Erbe der Region sowie abwechslungsreiche Landschaften und Sehenswürdigkeiten zwischen Weser, Egge und Teutoburger Wald entdecken. Die Klostergärten orientieren sich an christlichen Vorbildern, präsentieren sich aber zeitgemäß. Das Projekt „Ausbau und Erweiterung der Kloster-Garten-Route“ wird im Übrigen aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und des Landes NRW gefördert. Alle weiteren Infos sowie einen Flyer zur Route gibt es unter www.kloster-garten-route.de und unter Telefon 05271-974323.

Vier der sehenswerten Klosteranlagen auf einen Blick

– Marienmünster: Majestätisch erheben sich die schlanken Türme der Abtei Marienmünster über die hügelige Landschaft. Das einstige Benediktinerkloster stammt aus dem 12. Jahrhundert. Noch heute ist die barocke Klosteranlage erhalten. Mithilfe ehrenamtlicher Kräfte wurde an der Nordseite ein schöner Abteigarten angelegt.

– Brenkhausen: Wo früher Zisterzienserinnen und Benediktinerinnen wirkten, hat heute der Generalbischof der Koptisch-Orthodoxen Kirche in Deutschland seinen Hauptsitz. In Eigenleistung haben die koptischen Christen das barocke Konventgebäude liebevoll saniert.

– Welterbe Corvey: Die ehemalige Reichsabtei am Weserbogen strahlt
als kultureller „Leuchtturm“. Das karolingische Westwerk aus dem 9.
Jahrhundert und die untergegangene Stadt Corvey sind Teil des Unesco-Weltkulturerbes. Sehenswert sind die Abteikirche, die barocke Schlossanlage, der prunkvolle Kaisersaal sowie die Fürstliche Bibliothek mit 75.000 Bänden.

– Gehrden: Das frühere Benediktinerinnenkloster sollte von 1142 an ein „Paradies auf Erden“ sein und hatte im Laufe der Jahrhunderte viele Funktionen. Neben den Ordensschwestern fanden auch Fürsten und Könige hier ihre Heimat. Das klassizistische Schloss und die Orangerie sind ebenso eindrucksvoll. Den Park schmücken 1.000 historische Rosen und die mächtige, laut Schätzungen mehr als 600 Jahre alte Zwölf-Apostel-Linde.