Depeche-Mode-Sänger Dave Gahan und Keyboarder Alan Wilder, März 1988 in Ostberlin
Foto:© Dennis Burmeister
Depeche-Mode-Sänger Dave Gahan und Keyboarder Alan Wilder, März 1988 in Ostberlin Foto:© Dennis Burmeister

 

Depeche Mode und die DDR

Dieses Popkonzert schrieb DDR-Geschichte: Am 7. März 1988 trat Depeche Mode zum ersten und letzten Mal in der DDR auf. Die FDJ-Führung, die das Konzert zum Geburtstag der Organisation veranstaltete, verbuchte die Veranstaltung als Erfolg ihrer politischen Arbeit.

Die Begeisterung für Depeche Mode ist in der DDR einzigartig. Die Dokumentation geht auf Spurensuche, wie es zu dieser Faszination gekommen ist und welche Parallelen es zwischen den Musikern aus dem englischen Basildon und der sozialistischen Jugend gibt.

Die Dokumentation „Depeche Mode und die DDR“ blickt auf das Sensationskonzert zurück, das DDR-Geschichte schrieb: Am 7. März 1988 trat die britische Synthiepop-Gruppe Depeche Mode zum ersten und letzten Mal in der DDR auf. Fans gaben Unsummen aus, nur um in der Ostberliner Werner-Seelenbinder-Halle dabei zu sein. Deklariert als Geburtstagskonzert der FDJ, kosteten die Eintrittskarten damals 15 Ostmark. Dass sich dahinter ein Konzert der angesagtesten Band dieser Zeit verbarg, sprach sich schnell herum.

Die FDJ-Führung verbuchte die Veranstaltung damals als Erfolg ihrer politischen Arbeit. Hinter dem Eisernen Vorhang wird Depeche Mode zum Symbol für Freiheit, zur Projektionsfläche der DDR-Jugend für ihre Sehnsüchte und zu einem Vorbild bei der Suche nach einer eigenen Identität. Die Begeisterung für Depeche Mode ist in Ostdeutschland einzigartig. Rund 70 Fanclubs etablieren sich in den späten 80er Jahren zwischen Rostock und Zwickau.

Das Autorenteam Heike Sittner und Nils Werner geht auf Spurensuche, wie es zu dieser Faszination in der DDR gekommen ist und welche Parallelen es zwischen den jungen Musikern aus dem ostenglischen Basildon und der sozialistischen Jugend gibt. So wird das legendäre Konzert in Ostberlin mit den damaligen Veranstaltern, Musikexperten und Fans minuziös nachgezeichnet. Ebenso die Erfolgsgeschichte von Depeche Mode, ihre Anfänge in einem englischen Arbeiterort, ihre Schaffenszeit in Westberlin, ihre Einstellung zum Ostblock und ihr besonderes Verhältnis zu den Fans aus der DDR.

Freitag, 2. Oktober 2020 um 22.00 Uhr
(54 Min.)