Fotos: Zoe Grossmann / WMG
Fotos: Zoe Grossmann / WMG

Marina im Gespräch: Weltweit über 800 Mio. Streams und 400 Mio. Video-Views

LOVE & FEAR ist zweigeteilt. Warum? War das von Anfang an geplant?

„Ich habe ungefähr 2 Jahre an diesem Album gearbeitet und erst als alle Lieder vollständig waren, habe ich mir Gedanken über einen Titel gemacht. Ich habe mir alle Tracks dazu angehört und entschieden, dass es 2 A-Seiten werden sollen. Zu dieser Zeit habe ich gerade einen 6-monatigen Psychologie-Kurs an der Londoner Uni belegt und dort habe ich von der Theorie gehört, dass es nur zwei grundsätzliche, menschliche Emotionen gibt: Liebe und Angst. Ich finde das sehr interessant und konnte meine Lieder ganz klar danach in zwei Alben einordnen. Die CD LIEBE erscheint zuerst und ANGST am 26. April.“ 

Du veröffentlichst mit diesem 2er Album gleich 16 Lieder, das ist viel!

„Da ich diesmal einfach mehr Zeit hatte, habe ich auch mehr Songs geschrieben.

Ich habe sie mir alle angehört und wollte daraus kein 12-Track-Album machen. In Zeiten von Spotify und Streamingdiensten gibt es sowieso viele Möglichkeiten, Musik zu veröffentlichen und da dachte ich mir einfach, es wäre toll, gleich 2 Alben daraus zu machen.

Aber sie sollten kurz sein, denn ich höre mir doch kein 20-Track-Album an, ich bin doch nicht verrückt. Wer hat schon so viel Zeit? Aber ein 8-Track-Album ist perfekt

Um welche Themen geht es auf LOVE & FEAR?

„Es gibt viele verschiedene, ein großes Thema ist zum Beispiel der Sinn bzw.das Gefühl zu haben, diesen nicht zu kennen. Es geht darum, mit Unsicherheiten klar zu kommen, worin ich überhaupt nicht gut bin. Ein anderes Thema ist die Einheit und wie das politische System immer nur die Unterschiede zwischen Menschen und Kulturen heraushebt. Für mich klingt das sehr rückwärtsgewandt und einfach falsch!“

Wie und wo schreibst du Deine Lieder?

„Einige Songs habe ich alleine, die meisten aber zusammen mit anderen geschrieben, vor allem in L.A.. Ich liebe es dort! Dort gibt es so eine lebendige Songwriting – Community und so viele meiner Freunde leben mittlerweile dort wie auch langjährige Songwriting-Partner.“ 

Wie würdest du den Entstehungsprozess von LOVE & FEAR zusammenfassen?

„Es war ein sehr langsamer, unstetiger Entstehungsprozess. Ich bin ab und zu nach L.A. geflogen, um einen Monat lang Songs zu schreiben, danach habe ich dann aber 3 Monate mal wieder gar nicht geschrieben, sondern nur Text- und Melodieideen gesammelt. Also ist dieses Album ganz anders als die bisherigen entstanden!“

Du hast deine Musik einmal als „experimentelle Popmusik“ bezeichnet. Wie würdest du den Sound und Stil auf diesem Album beschreiben?

„Ich würde sagen, es ist moderne Popmusik, viel sphärischer und elektronischer als zuvor. Trotzdem hoffe ich, dass sie zugleich menschlich und organisch klingt. Ich habe versucht, die Stimme bei jedem Track in den Mittelpunkt zu rücken und habe verschiedene Tonspuren dazu übereinandergelegt.“

Zum Track „Handmade Heaven“

„Ich habe mich etwas verloren gefühlt. Ich wusste nicht, was ich mit meinem Leben machen soll, ich hatte viel Freizeit und bin immer in diesen kleinen Park gegangen. Dort habe ich mich auf die Natur besonnen, auf all die Dinge, die nicht in meiner Hand liegen, um mich besser zu fühlen. Aus diesem Zustand heraus habe ich den Song dort im Park geschrieben. Ich beobachtete die Vögel und habe mir so sehr gewünscht, nicht Mensch zu sein. Das klingt vielleicht komisch und traurig, aber ist es nicht. Ich habe einfach die Natürlichkeit der Dinge bewundert. Wir Menschen haben diesen natürlichen Rhythmus verloren.“

Zum Track „Superstar“

„In Superstar geht es darum, den Menschen, den man liebt, als den eigenen Superstar anzusehen. Es geht hier also keineswegs um Berühmt- oder Popstarsein, es ist einfach ein Liebeslied.“ 

Zum Track „Orange Trees“

„In Orange Trees geht es um die kleine griechische Insel, von der ich komme. Es geht um einen Ort, wo du dich zuhause fühlst, wo du hingehörst.

Für mich ist diese Insel einer dieser Orte, an dem ich mich so wohl fühle. Ich war früher jeden Sommer dort, habe meine Großeltern und Verwandten besucht.“ 

Weitere Infos zu Marina:

Nachdem die vielfach Platin-ausgezeichnete Pop-Innovatorin MARINA vor Kurzem mit “LOVE” den ersten Teil ihres neuen zweiteiligen Albums digital veröffentlichte, ist  nun das komplette Album-Set sowohl digital als auch physisch erschienen.

“LOVE + FEAR” sind zwei Sammlungen von je acht Songs, die zugleich ihr viertes Studioalbum markieren.


 MARINA ÜBER LOVE + FEAR :

„LOVE ist erfüllt von dem Wunsch, das Leben zu genießen (Handmade Heaven) und einem Verlangen nach Einigkeit (To Be Human). FEAR erkundet Themen, bei denen es mir wesentlich schwerer fiel, mich durch sie durchzuarbeiten und sie zu verstehen, darunter Bestimmung (Life is Strange), Unsicherheit in der Liebe (Believe in Love und Soft to be Strong) und tiefgreifende Veränderungen in unserem sozialen Bewusstsein hinsichtlich systematischer Frauenfeindlichkeit und sexuellem Missbrauch, ausgeübt durch mächtige Figuren in den Medien (Karma). Als Begleiter von LOVE kreuzen diese Gedanken auf, um die polarisierenden Seiten der menschlichen Natur zu beleuchten und erkunden.

Mein Songwriting ist seit jeher von traditionellem Storytelling und sozialen Veränderungen in unserer Kultur inspiriert und geformt. Als Gesellschaft haben wir in den vergangenen drei Jahren solch tiefgreifende Umwälzungen erlebt – politisch, digital und psychologisch. „LOVE + FEAR“ reflektiert dies.“

Mit 800 Mio. weltweiten Streams und über 400 Mio. Video-Views auf ihrem Konto, nutzt MARINA ihre Bekanntheit auch als sozial engagierte Wortführerin. So hielt sie unter anderem eine Rede bei der Studentenvereinigung Oxford Union und plant, sich im Verlaufe des Jahres an weiteren Gesprächen und Workshops zu beteiligen.

Jede ihrer Albumveröffentlichungen wurde von weltweit ausverkauften Headliner-Touren begleitet, mit Konzerten an prestigeträchtigen Venues und weltbekannten Festivals.

Die „LOVE + FEAR“-Tour startete  im UK und umfasst u.a. ausverkaufte Performances in der  Royal Albert Hall, Glasgows O2 Academy und dem Apollo in Manchester.

Anschließend wird die Tour in Nordamerika fortgesetzt, wo sie im September und Oktober durch die USA und Kanada reist.